Dem Wald seine Geheimnisse entlocken: das ist Förster Albrecht Roth und dem Amphibienexperten Harry Wölfel beim Familientag der Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ gelungen. Ergänzt von Brotsommelier Florian Pausch und dem Bastelteam des Kreisjugendrings um Carina Kolb gab es ein rundes Programm.
Über 50 Teilnehmer hatten sich angemeldet und fast 30 Kinder waren mit von der Partie, als es rund um die Waldhütte im Limmersdorfer Forst darum ging, einen Tag vor dem Weltkindertag den Familien Zeit für ein fröhliches Miteinander zu schenken. Das vor allem stand im Fokus und alle Helfer und Akteure waren ehrenamtlich im Einsatz, sodass die Kosten dafür, die der Verlag Nordbayerischer Kurier trägt, ebenso im Rahmen blieben wie die Anmeldegebühr.
Aus dem Holzbackofen qualmte es bereits kräftig, als die ersten Besucher eintrafen und Carina Kolb vom Kreisjugendring samt Team begeisterte die Kinder mit Waldwichteln, lustigen Eulen und Fuchstaschen. Wolle wickeln, ausschneiden, Buttons drucken, es gab viel zu tun. Währenddessen bereitete Florian Pausch gemeinsam mit Waldhüttenpächter Stephan Rösch die kleinen Brotlaibe vor. So mancher fasste erstmals Brotteig an und staunte über die Elastizität. Pausch: „Ja, der Teig lebt.“ Hefepilze wandeln Zucker aus dem Mehl in Kohlendioxid um und die entstehenden Gase bilden Bläschen im Teig, wodurch das Brot aufgeht.
Als die fertigen Laibe in den Holzbackofen geschoben wurden, waren die Kinder bereits unterwegs mit Förster Albrecht Roth, der mit dem Waldhorn den Auftakt der Exkursion angekündigt hatte. Ausgerüstet mit Becherlupen faszinierten vor allem die vielen leuchtend blauen Mistkäfer, die am Wegrand zu finden waren, aber auch die ersten Pilze. Absoluter Held an diesem Nachmittag, vor allem für kleinere Kinder: Waldemar, die plüschige Waldmaus, die – sicher verstaut in der Jackentasche – immer mit dabei war. Deren Feinde und Freunde stellte Albrecht Roth vor.
Viele Feinde haben auch manche Amphibien, die im Limmersdorfer Forst leben, von Harry Wölfel und Helfern an einem eigens aufgebauten Stand mitten im Wald bestens erklärt. Da drückte sich so mancher die Nase platt an den Terrarien mit Kreuzotter oder bei den Gelbbauchunken, deren schwarz-gelbe Bäuche gut zu erkennen waren, wenn sie am Glas nach oben kletterten. Lebensraum finden die seltenen Tiere oft in den Fahrgassen, die nach Fällarbeiten im Wald entstehen und sich mit Wasser füllen. Für die ebenso bedrohten Kreuzottern wurde im Limmersdorfer Forst ein ehemaliger Steinbruch renaturiert.
Die Glut im Holzbackofen war in der Zwischenzeit so weit reduziert, dass auch kleine Pizza gebacken werden konnte. Die hungrigen Kinder stürzten sich nach ihrer Rückkehr aus dem Wald begeistert auf die kleinen Fladen, und Stephan Rösch sorgte für genügend Getränke und zum Finale natürlich ein Eis.
Wieder mit dem Waldhorn blies Albrecht Roth zur Auflösung der Quizfragen. Vor allem die Schätzfrage, wie viele Kiefernzapfen – Butzelküh, wie sie in Franken heißen – sich in einem Glas befinden, sorgte für munteres Rätselraten und sehr unterschiedliche Ergebnisse. Die Gewinner – wobei auf Platz drei die Geschwister Helene und Emil gleichauf lagen – waren Felix und Mailo. Für sie gab es neben der Geschenktüte für alle mit nützlichen Dingen und ein paar Leckereien auch noch Sigikid-Plüschtiere und Kino-Gutscheine. „Der Tag hat sich gelohnt“, meinte ein Vater danach, der auch beim ersten Familientag im vergangenen Jahr am Goldberg schon mit dabei war. Sein Sohn hatte sogar das Fußballtraining sausen lassen für die Waldexkursion.
Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag und die Vorberichterstattung.
Hier finden Sie den Bericht zum Familientag 2025 auf dem Goldberg.