Kurier-Stiftung unterstützt Erstklässler
Der Schulanfang ist eine teure Angelegenheit. Das weiß auch Dolores Longares-Bäumler von der Caritas nur zu gut. Viele Eltern und Alleinerziehende, die von ihr betreut werden, schaffen es nicht, all das zu kaufen, was benötigt wird, damit ihre Erstklässler einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt haben. Auch das Teilhabepaket, mit dem staatlicherseits Unterstützung geleistet wird, reicht oft nicht aus.
Und deshalb schätzt Longares-Bäumler die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“, die dann in die Bresche springt. Rund 60 nagelneue Schultaschen samt Sportbeutel wurden in diesem Jahr gekauft. Dazu kommen Schultüten, die – wie alle Jahre – von den Kurier-Leserinnen und -Lesern liebevoll gebastelt und gefüllt werden. Darauf gibt es Einhörner und Schmetterlinge ebenso wie wilde Wölfe und Spiderman. „Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender,“ sagt Longares-Bäumler, die wie alle Jahre die Verteilung der Schultaschen und Tüten selbst übernimmt. Ganz wichtig sind ihr auch die zweckgebundenen Gutscheine, die von der Kurier-Stiftung ausgegeben werden. Damit können die Eltern auch später noch Schulmaterialien einkaufen. „Viele Eltern schrammen mit ihrem Einkommen knapp an der Grenze vorbei, um vom staatlichen Bildungs- und Teilhabepaket zu profitieren. Und das sind bei weitem nicht nur Flüchtlingsfamilien.“
Die kleine Haley aus Speichersdorf kommt zur Abholung in rosa Leggings und mit einer zarten Schleife im Haar ins Rathaus. Dort werden die Schultüten und Taschen ausgegeben. Passend zur Kleidung gibt es für die Sechsjährige eine Einhorn-Schultüte, die sie strahlend entgegennimmt. Für ihre alleinerziehende Mutter, die vor vier Jahren nach Speichersdorf gezogen ist, ist die Spende eine große Erleichterung.
In Hollfeld ist es Ruth Domide vom Mehrgenerationenhaus, die für die Ausgabe zuständig ist. Auch sie schätzt diese Unterstützung sehr. Unter den Kindern, die von der Aktion profitieren, ist auch der siebenjährige Abed, der zusammen mit seinen Eltern und den zwei Geschwistern seit einem Jahr in einem Wohnheim bei Hollfeld wohnt. Die syrische Flüchtlingsfamilie ist nach Aufenthalten im Libanon, der Flucht nach Deutschland und einer Zwischenstation in Pegnitz immer noch im Ungewissen, ob ihnen eine Abschiebung droht. Mutter Reem Alothman, die im Libanon eine Ausbildung zur Näherin gemacht hat, sieht jeden Tag bangend in den Briefkasten. „Ich habe vor allem Angst um meine Kinder“, sagt sie. „Sie haben ja kein Arabisch gelernt.“ Nur die neunjährige Tochter spricht etwas arabisch. In ihrer Heimat Syrien sieht die Familie keine Zukunft. Die junge Frau macht daher alles, um in Deutschland Fuß zu fassen. Den B 1-Sprachkurs hat sie bereits erfolgreich absolviert, jetzt lernt sie jeden Tag für B 2. Und auch wenn Reem Alothman die Heimat, die Eltern und die Schwester sehr vermisst – „ich habe seit zehn Jahren mein Dorf nicht mehr gesehen“ – fühlt sie sich wohl in Hollfeld. „Die Menschen hier sind so nett und hilfsbereit.“ Rassismus hat sie noch nie erlebt. Und Abed, der freut sich auf den Schulanfang. Gemeinsam mit seiner Schwester fährt er jeden Morgen mit dem Bus zur Schule. Und geht danach in den Hort. „Das ist sehr wichtig“, sagt seine Mutter, „so findet er Kontakt zu anderen Kindern, kann mit ihnen spielen und reden.“
Ein Teil der Schultaschen wurde auch über das Kaufhaus Regenbogen an bedürftige Familien mit Erstklässlern abgegeben. „Da haben wir viel Freude in den Gesichtern gesehen“, sagt eine Mitarbeiterin.
Info: Die Schulstartaktion zählt zu den Projekten, die von unserer Stiftung seit vielen Jahren angeboten wird, immer unterstützt von den Kurier-Leserinnen und -Lesern, die nicht nur gespendet, sondern auch eine Vielzahl selbst gebastelter Schultüten angeliefert haben. Die Kosten für das Projekt: 6.300 Euro.
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