Ein Rucksack voller Chancen

Chancengleichheit, ein viel strapazierter Begriff. Beim Schulanfang ist sie wichtiger als bei vielen anderen Anlässen. Erstklässler sollten gut gerüstet in die Schule starten. Egal aus welchem Elternhaus sie kommen. Und dort, wo es manchmal finanziell eng zugeht, wo vielleicht knapp die Grenze zum Bezug des Bürgergeldes gerissen wird, wo viele Kinder daheim sind mit den verschiedensten Wünschen und Ansprüchen, unterstützt die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“. Das weiß Dolores Longares-Bäumler von der Caritas, die seit vielen Jahren das Schulstartprojekt der Stiftung mitträgt, sehr zu schätzen. „Ohne Spenden wäre vieles nicht machbar,“ sagt sie. „Wir sind der Stiftung zutiefst dankbar dafür.“

Und so werden auch in diesem Jahr wieder 30 nagelneue Schulranzen und 36 Schultüten bereitgestellt, gebastelt zum Teil von Kurier-Lesern wie Gisela Konrad aus Goldkronach, oder finanziert über Spenden. In diesem Jahr sind es weniger Schulranzen als sonst. „Wir haben nicht mehr so viele geflüchtete Familien und auch weniger Kinder. Vor allem weniger Kinder, die eingeschult werden“, erklärt Longares-Bäumler. Trotzdem ist es ihr wichtig, dass vor allem Kinder, deren Eltern knapp aus den Leistungen des Jobcenters rausfallen, nicht benachteiligt werden. „Vor allem im Bildungsbereich ist das enorm wichtig.“ Aus diesem Grund werden auch zweckgebundene Gutscheine verteilt, mit denen Schulmaterialien auch dann noch gekauft werden können, wenn das Schuljahr schon längst begonnen hat. Verteilt werden die Gutscheine an Familien in Stadt und Landkreis Bayreuth, von Hollfeld bis Speichersdorf, je nachdem, wo gerade Bedarf besteht, der sich oft bei den Beratungsstunden der Caritas herauskristallisiert.

Das Basteln von zwei Schultüten lässt sich Gisela Konrad, die ehemalige Erzieherin aus Goldkronach, Jahr für Jahr nicht nehmen. Dazu hat sie viel zu viel Spaß am Gestalten dieser Tüten. Immer noch, oder vielleicht gerade, weil sie jetzt im Ruhestand ist und ihre Leidenschaft für ausschneiden, kleben, bemalen ausleben kann. Und dabei hat sich in den letzten Jahren viel geändert, erzählt sie, während Heißklebepistole, Malfarben, Deko-Elemente und ein Schultüten-Rohling den Tisch bedecken. „Ich hab ja noch so viel Material daheim“, erinnert sie an ihre aktive Zeit im Kindergarten. Als sie für ihren Sohn die Schultüte bastelte, hatte sich der ein Power-Rangers-Motiv gewünscht. „Damals gab es noch keine fertigen Bastelsets. Ich habe die Bilder aus einem Comic-Heft rauskopiert“, sagt sie. „Das war mühsam.“ Heute müssen die Motive aus dem Weichgummi oft nicht einmal mehr ausgeschnitten werden, sondern sind bereits perforiert und müssen nur noch herausgedrückt werden. „Das beleidigt manchmal fast mein Können“, sagt Gisela Konrad und muss grinsen. In diesem Jahr hat sie zwei völlig verschiedene Motive für ihre beiden Schultüten gewählt, die sie für die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ gestaltet: Eisprinzessin und Wolf. Was die beiden eint: sie sind perfekt gestylt. Die Eisprinzessin auf einer metallisch glänzenden, jadegrünen Tüte, der Wolf mit glitzernden Augen und geöffnetem Maul auf dunkelblauem Hintergrund. „Ein Angsthase darf das Kind, das diese Tüte bekommt, nicht sein“, meint Gisela Konrad.     

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dafür entweder spenden oder bis 2. September Schultüten, die mit allerlei (haltbaren) Leckereien oder Spielsachen gefüllt sind, in der Kurier-Geschäftsstelle (An der Feuerwache 5) abgeben.           

Hier finden Sie den Beitrag zur Schulstartaktion 2025.

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