Schnäppchen und kleine Geschenke

Draußen kalt und regnerisch – drinnen gemütlich. Viel Zeit zum Stöbern, suchen, kramen, reden. Flohmarktwetter. Die Besucher kommen in Scharen in die Bindlacher Bärenhalle. Und die meisten sind an diesem diesigen Samstagnachmittag überaus erfolgreich. Die sechsjährige Veronika zum Beispiel entdeckt die Kuschelkatze aus Plüsch, die sie unbedingt haben möchte, schon in der Eingangshalle. Noch bevor der Stand aufgebaut ist, haben sich die beiden Mädchen schon auf den Preis geeinigt. Veronika aus Ramsenthal ist glücklich.

Eine Familie mit drei Kindern kommt mit einem kleinen Wagen angefahren, zwei Kinder sitzen drin. Als sie die Halle wieder verlassen, türmen sich Geschenke, Kleider und Spielsachen in dem vierrädrigen Gefährt und die Kinder laufen. Die junge Mutter ist sichtlich zufrieden. „Wenn man das alles neu kaufen müsste, das ist ja nicht mehr bezahlbar.“ Und auch für ihre Kinder hat sich der Flohmarktbesuch gelohnt, denn so manche Aussteller haben Körbe dabei, in denen Sachen bereit liegen, die verschenkt werden. Da dürfen die Kleinen nach Herzenslust stöbern, ohne dass der Geldbeutel belastet wird.

Ein Opa dagegen mit vielen Enkelkindern, wie er versichert, hat es auf Spielzeugbagger und Traktoren abgesehen. Alles schon für Weihnachten? „Das gibt es vielleicht als Dreingabe mit dazu“, meint der alte Herr schelmisch und schleppt den prall gefüllten Karton nach draußen.

Familie Fehn aus Himmelkron mit zwei Kindern und ein befreundetes Ehepaar aus Niedersachsen, das zugezogen ist, weiß Flohmärkte sehr zu schätzen. Nicht nur der dreijährige Magnus wächst schnell aus seinen Hosen, T-Shirts und Jacken raus, auch für das Neugeborene, das im Kinderwagen liegend dabei ist und friedlich schläft, braucht Strampler. „In Niedersachsen gibt es die Tradition der Kinderflohmärkte nicht so“, ergänzt die Freundin, die ebenfalls mit ihren Kindern gekommen ist. „Das ist großartig, dass es hier so viele Möglichkeiten gibt.“ Großartig auch für die Kurier-Stiftung  „Menschen in Not“, denn der Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen, ebenso wie die Standgebühren fließen vollständig in die Arbeit der Stiftung und kommen wiederum Kinderprojekten zugute.

Unter den Verkäufern sind auch so manche Spezialisten: Zwei Jungs haben in ihren ehemaligen Kinderzimmern kräftig aufgeräumt und vor allem Legosteine und Star-Wars-Figuren im Angebot. Auf der anderen Seite ein Spezialist für Pokemon-Karten. Da stehen nicht nur Kinder staunend davor. Die sechsjährige Lea verkauft gemeinsam mit ihrer Mutter all die hübschen Strampelhosen und Kleidchen, die sie mal getragen hat. Ein paar besonders heiß geliebte Teile sind allerdings zuhause geblieben. „Als Erinnerung“, meint die Mutter.

Rund 60 Aussteller sind es, die in diesem Jahr zum Kinderflohmarkt der Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ gekommen sind. Etwas weniger als im vergangenen Jahr, dafür gab es zwischen den einzelnen Gängen in der Halle auch mehr Platz zum Durchkommen und auch mal stehenbleiben. Die meisten Eltern hatten ihre Kinder mitgenommen. Viele ließen sich nach dem Bummel Kaffee und Kuchen schmecken oder auch was Herzhaftes. Und so manches neue Spielzeug wurde gleich ausprobiert. Nur die dreijährige Rebekka hatte keine Zeit sich auszuruhen. Ihr rosa Einhorn, das die Oma spendiert hatte, muss dringend mit neuen Batterien geladen werden, damit es mit dem Kopf wackeln und den Augenlidern klimpern kann. „Das ist echt magisch“, erklärt die blonde Rebekka mit den dunklen Augen und strahlt. Die Oma lacht und sagt, dass man jetzt noch schnell einkaufen gehe, damit das Einhorn zu neuem Leben erwacht.

Die Lego-Sammlerfiguren ernten nicht nur bei Kindern begehrliche Blicke.
Die sechsjährige Lea verkauft auch einen ihrer Lieblingsstrampler.
Vor allem am frühen Nachmittag herrschte reges Begängnis in der Bindlacher Bärenhalle.
Echt magisch: Rebekka und ihr Einhorn. Oma hat es ihr spendiert und nach dem Flohmarkt gab es noch die passenden Batterien dazu.
Von Kindersitzen über Buggys und Schaukelpferde war alles dabei, was man sich nur wünscht.
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