Digitallotsen helfen

„Es läuft“, sagt Udo Rathfelder. Und damit meint er die Arbeit der Digitallotsen, die in der Bürgerbegegnungsstätte angeboten wird. Es läuft so gut, dass es die Beratung inzwischen auch in Bindlach gibt. Auch dank vieler Helfer. Und die Themen gehen ihnen nicht aus.

Das Digitalprojekt des Seniorenamtes, das mit Unterstützung der Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ sowie dem Mehrgenerationenhaus vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde, vermittelt Seniorinnen und Senioren praktische Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien. Die Kurier-Stiftung finanzierte die Anschaffung der Tablets für Schulungszwecke. Inzwischen erfreut sich die wöchentliche Beratung in der Bürgerbegegnungsstätte großer Nachfrage. Zielgruppe des Projekts sind ältere Menschen, die bisher wenig Erfahrungen mit digitalen Geräten haben und jetzt ihre ersten Schritte in die digitale Welt wagen wollen. „Aber nicht immer sind es komplexe Fragen,“ sagt Rathfelder. „Oft sind es nur kleine Dinge, bei denen es klemmt. Das kann man schnell klären, und dann kommen viele wieder allein zurecht.“ Wichtig ist ihm, dass es immer eine individuelle Beratung gibt, und möglichst auch mit den Geräten, die den Leuten zur Verfügung stehen. „Ich versuche den Leuten die Angst zu nehmen, dass sie etwas falsch machen könnten.“  

Niemand muss sich für die Termine anmelden, sagt Rathfelder. Immer mittwochs von 10 bis 12 Uhr stehen in der städtischen Bürgerbegegnungsstätte ehrenamtliche Digitallotsen in einer offenen Sprechstunde bereit. „Zu uns zu kommen, ist wie Brötchen einkaufen gehen“, meint Rathfelder. Sollte es doch mal zu Wartezeiten kommen, kann man es sich in der Bürgerbegegnungsstätte bequem machen. „Hier sind auch schon viele Bekanntschaften und Freundschaften entstanden.“ Und Kapazitäten seien genügend frei, sagt Rathfelder. 16 bis 18 Leute könnten in der Sprechstunde betreut werden. „Zurzeit kommen immer etwa zwölf.“

Die Brandbreite dessen, was gefragt wird, ist groß. Manche hätten gerne Kochrezepte oder wollen Anleitungen herunterladen. Andere möchten wissen, wie sich Fotos über WhatsApp versenden lassen oder wie man sicher im Internet bestellen kann. „Wichtig ist, dass wir hier in Ruhe arbeiten können.“ Denn es sei erstaunlich, wo überall die digitale Welt Einzug gehalten hat mit einer Ausschließlichkeit, die ältere Menschen überfordere. Als Beispiel nennt Rathfelder das Deutschland-Ticket, das nur online bestellbar sei.

Ein weiteres Thema sei die elektronische Patientenakte. Um hier zu informieren und aufzuklären, ist Rathfelder bereits mit einer Krankenkassen-Direktorin im Gespräch.

Und weil die Nachfrage so groß ist, gibt es seit Mitte September vergangenen Jahres immer montags im vierzehntägigen Turnus ein Beratungsangebot im Bindlacher Rathaus. „Etwa vier bis fünf Helfer stehen hier als Digitallotsen bereit.“ Doch Rathfelder will noch weitergehen. Für akute Fälle möchte er ein Notfall-Telefon einrichten, das – von den Helfern im Schichtdienst betreut – immer erreicht werden kann.

Lesen Sie dazu auch diesen Bericht.

Dank der Unterstützung durch die Kurier-Stiftung wurde und wird den Senioren geholfen, und viele revanchierten sich nach den Beratungsterminen mit einer Spende. 800 Euro kamen auf diese Weise übers Jahr zusammen. Bei der Weihnachtsfeier überreichten Katja van Oosterhout vom Seniorenamt und Udo Rathfelder, der die Digitalberatung betreut, den symbolischen Scheck an Peter Kropf, rechts, von der Kurier-Stiftung.      

 

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