„Für Dich“ gegen eine Spende

50 Jahre ist es her, aber Andy Blue, mit bürgerlichem Namen Alfred Herath, schwärmt noch heute von der Schallplattenaufnahme mit dem berühmten James Last-Orchester.

Während der Olympischen Spiele 1972 hatte der Bayreuther Schlagersänger und Musiker Andy Blue das Angebot für eine gemeinsame Plattenaufnahme bekommen. Eine einmalige Chance für den damals jungen Familienvater, der bis dahin in erster Linie im Bayerischen Rundfunk und im Raum Oberfranken Auftritte hatte. Andy Blue war zu dieser Zeit vor allem als Programmgestalter beim Bayerischen Künstlerdienst in Bayreuth beschäftigt und auch viel mit seiner Kapelle teilweise in ganz Europa unterwegs.

1972 plante er einen großen Teil der Feiern anlässlich der Olympischen Spiele in München, und so entstand der Kontakt zu James Last und seiner Bigband, die damals auch ein Album herausbrachten, um das Musikgeschehen rund um die sportlichen Ereignisse auf zwei Langspielplatten zu dokumentieren. Trotz  der tragischen Ereignisse, denn die XX. Olympiade wurde überschattet vom Attentat auf elf israelische Athleten, die zunächst als Geiseln genommen und dann ermordet wurden. Die Spiele waren nach einem Trauertag dennoch fortgesetzt worden.    

Völlig überraschend kam dann für Andy Blue die Einladung nach Luxemburg. James Last war es immerhin, der ab 1965  mit seinem 40-köpfigen Orchester den zur Stilrichtung des Easy Listening gehörenden „Happy Sound“ überaus erfolgreich geprägt hatte. Zwei Jahrzehnte lang hatte er damit einen so großen Erfolg, dass er zeitweise für nahezu 30 Prozent der Schallplattenverkäufe von Polydor Deutschland sorgte.

Eine große Ehre also für Andy Blue, der erst, als er in Luxemburg angekommen war, erfuhr, dass ihn für eine Plattenaufnahme das  James Last-Orchester begleiten würde. „Der Pianist, der mich auf alles vorbereiten würde, wartete bereits auf mich. Man muss sich vorstellen, dass ich keine Ahnung hatte von dem, was auf mich zukommen würde.“

Danach ging dann alles sehr schnell. „Nach nur einer Stunde war die ganze Aufnahme im Kasten. Wir sahen uns alle lächelnd an.“ Und noch heute strahlt Senior Andy Blue und seine blauen Augen leuchten. „Ich war damals einfach der glücklichste Mensch, den man sich vorstellen kann.“

Die beiden Platten „Für dich“ und „Es ist so aufregend, dich zu lieben“ kamen Ostern 1973 auf den Markt. Aus einem kleinen Restbestand von „Für dich“ hat Andy Blue der Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ einige Platten zur Verfügung gestellt. Gegen eine Spende gibt es die nostalgische Erinnerung in Vinyl in der Kurier-Geschäftsstelle in der Theodor-Schmidt-Straße.

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