Am 28. Juni 2026 im Waldstadion Lindenhardt

Sie sind die Kleinsten im Fußballkreis Bayreuth/Kulmbach, aber die mit dem größten Zusammenhalt und einer grandiosen Idee: Mit ihrem Allstars-Duell wollen die Lindenhardter am 28. Juni der Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ helfen.

Das Waldstadion Lindenhardt liegt so idyllisch, wie man sich einen Fußballplatz nur wünschen kann. Eingebettet mitten in die Natur und am Rande der rund 400 Einwohner zählenden Ortschaft. Da gibt es im Prinzip nur Wald und wohlmeinende Nachbarn, die auch mal ein Auge zudrücken, wenn es beim Spiel oder bei einer Feier etwas lauter zugeht, oder am besten gleich mit dabei sind. Das gepflegte Vereinsgebäude liegt direkt neben dem Fußballplatz, und einige Nebengebäude verstecken sich hinter hohen Bäumen. „Das ist schon ideal hier, wenn wir unser Sommerfest feiern“, meint Stephan Hacker, Spielleiter der ersten Mannschaft, der auch die Idee mit dem Allstars-Duell hatte. 

An diesem lauen Maienabend ist Abschlussfeier und Helferessen angesagt. Eine Saison voller Emotionen, voller Höhen und Tiefen, voller Kampfgeist, Zusammenhalt und großer Träume geht zu Ende. Auch wenn der Traum vom Aufstieg dieses Jahr nicht wahr geworden ist, der Stolz auf das gemeinsam Geschaffene bleibt.

Leckere Schnitzel, Kartoffelsalat, Tomate-Mozzarella, es wird richtig aufgetischt. Und auch hier zeigt sich der Zusammenhalt in dem kleinen Verein mit über 300 Mitgliedern. Die einen bringen schüsselweise Salate mit in das Sportheim, die anderen Getränke. Darauf ist Hacker auch so richtig stolz. Auch wenn der Verein – fußballerisch gesehen – „einen harten Weg“ hinter sich hat. Der Trainer müsse inzwischen fast einen Vollzeit-Job leisten. Die Jugendmannschaft gehört zu den vier bis fünf Besten im Landkreis, und das, ohne sich einer Spielgemeinschaft angeschlossen zu haben. „Das sind alles eigene Leute, und die langen auch mit zu, wenn Arbeitseinsätze angesetzt sind“, sagt Hacker.

Genau das war auch an diesem Samstag gefragt: viel Handarbeit, jede Menge Muskelkraft. Während auf dem Hauptplatz, der eine Bewässerungsanlage erhalten hat, auch ein Bagger mit zum Einsatz kam, um die vielen Gräben quer über den Platz auszuheben, war für die Ringanlage auf dem Nebenplatz nur Handarbeit angesagt. „Da kamen wir mit dem Bagger nicht hin“, erklärt Hacker. Rund 1.000 Arbeitsstunden wurden geleistet. Und es wurde geschafft.

„Da kann man auch als kleiner Verein zeigen, was man kann“, meint auch Vorsitzender Georg Wolfring. Mit ihrem Allstar-Duell Creußen gegen Pegnitz am Sonntag, 28. Juni wollen sie auch ein Zeichen setzen für diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen und Unterstützung brauchen. Der Erlös – in der Zwischenzeit ist bereits eine Spendensumme von rund 2.000 Euro zusammengekommen – geht an die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“. Auch das Geld aus dem Verkauf der Eintrittskarten werden die Lindenhardter spenden.

So ganz nebenbei wollen die Fußballer auch für das Ehrenamt werben. „Wir würden uns freuen, wenn sich die Menschen wieder mehr den Vereinen zuwenden,“ sagt Hacker. Gerade in Zeiten wie diesen sei es wichtig, dass die Menschen zusammenhalten. Und er ist sich sicher, dass man mit dieser Idee eines Fußball-Events auch Nachahmer finden wird.

In der Zwischenzeit wird im Waldstadion Lindenhardt alles vorbereitet für das Duell Creußen – Pegnitz mit einem Rahmenprogramm, das sich sehen lassen kann, und vor allem Familien locken soll. Ganz im Sinne des kleinen Jackson, der sich an diesem Abend gerade die viel zu großen Torwarthandschuhe geholt hat und auf den Platz stürmt, um mit ein paar anderen zu bolzen. Torwart will er mal werden, das ist klar, und nicht ohne Stolz zeigt er vorher noch auf das lange hölzerne Brett im Eingangsbereich, an dem kleine Trikots hängen mit den jeweiligen Spielernamen drauf. „Das da ist mein Papa“, erklärt er. Der aktuelle Ersatztorwart der Mannschaft. Und wer sein Nachfolger wird, die Frage stellt sich in Lindenhardt kaum. Der Nachwuchs kommt aus den eigenen Reihen.

Das Allstars-Duell für die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ findet am Sonntag, 28. Juni, ab 16 Uhr im Waldstadion Lindenhardt statt. Mit vielen Aktionen und Elfmeterschießen. 

Aktueller Hinweis aufgrund geltender Hitzewarnung: Auch wenn das Lindenhardter Waldstadion idyllisch von Bäumen umgeben ist, macht die Hitze den Sportlern heftig zu schaffen. Deshalb stellt Stephan Hacker, der Organisator des Allstar-Duells, auch die Gemeinschaft in den Vordergrund und nicht den Wettbewerbs-Charakter. „Vielleicht verkürzen wir die Spielzeit“, sagt Hacker, wenn am Sonntagnachmittag das Thermometer auf neue Rekordwerte klettert. „Es soll ein Fest für alle sein, auch für die, die mal reinschnuppern möchten in das Miteinander in der Fußballergemeinschaft.“ 

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