Zwei Meisterwerke der Romantik

Robert Schumann: Klavierkonzert a-Moll op.54

Zehn Jahre lang hatte Robert Schumann ausschließlich für Klavier komponiert. 1840 ermutigte ihn seine frischgebackene Frau Clara, dass er auch für Orchester schreiben solle. Drei große sinfonische Werke entwarf Schumann daraufhin gleichzeitig im Frühsommer 1841 in Leipzig. Direkt nach Abschluss seiner 1.Sinfonie op.38 begann er mit einem Werk für seine Frau, eine „Phantasie für Clavier und Orchester“. „Das Clavier ist auf das feinste mit dem Orchester verwebt.  Man kann sich das eine nicht denken ohne das andere.“, schwärmte Clara Schumann über dieses Werk. 1845 schließlich arbeitete Schumann die „Phantasie“ nochmals um. Es entstand das dreisätzige Klavierkonzert a-Moll op.54. Orchester und Klavier sind vom ersten Takt an gleichberechtigt. Trotz seiner Dreisätzigkeit hat das Werk den Charakter einer Phantasie behalten. Mehr als hundert Mal hat Clara Schumann das Werk ihres Mannes, das zum Innbegriff des romantischen Klavierkonzerts geworden ist, öffentlich gespielt. Solopart.

Antonín Dvořák – Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“

Als Antonin Dvořák 1892 mit 51 Jahren zum Direktor des New Yorker Konservatoriums berufen wurde, sollte er eine eigene Nationalmusik schaffen. „Den Einfluss von Amerika muss ein jeder, der Gespür hat, herausfühlen”, schrieb Dvořák über seine Neunte. Dvořák wollte die Musik, die er in den USA kennenlernte, nicht kopieren, sondern ließ sich davon inspirieren. Das Werk ist gleichermaßen von musikalischen Eindrücken aus Dvořáks tschechischer Heimat wie aus den Vereinigten Staaten geprägt: Die Pentatonik, die besonders die berühmte Englischhorn-Melodie im Adagio bestimmt, ist sowohl in der slawischen wie in der amerikanischen Volksmusik zu finden. Auch die vielen rhythmischen Überraschungen im Kopfsatz reflektieren böhmische Folklore ebenso wie Spirituals. Am 16. Dezember 1893 wurde die Dvoraks „Neunte“ von den New Yorker Philharmonikern mit sensationellem Erfolg uraufgeführt. Das musikalisch geschulte New Yorker Publikum spürte nach der Erstaufführung, dass es gerade den absoluten Höhepunkt der musikalischen Romantik gehört hatte – das bis dahin beste sinfonische Schaffen der Epoche.

Der Orchesterverein Bayreuth führt beide Werke am 18. Oktober im Friedrichsforum auf. Karten für das Konzert gibt es an der Theaterkasse, bei okticket.de und an der Abendkasse. Ein Euro pro verkaufte Karte geht an die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“.

Info: Der Orchesterverein wurde als 1924 als sinfonisches Laien- und Liebhaberorchester gegründet. Bis auf eine kurze Pause während der Kriegszeiten gestaltet er seither das kulturelle Geschehen der Stadt Bayreuth mit. Jährlich wird ein großes Sinfoniekonzert aufgeführt. Daneben spielt der Verein im Sommer eine Matinee in der Eremitage und zu Weihnachten ein Konzert in der Stadtkirche. Seit 2023 dirigiert Youngkwang Jeon das Orchester. Derzeit spielen im Verein ungefähr 30 bis 35 Musiker, die Mitgliederzahl wächst beständig. In fast allen Streichergruppe freut sich der Verein aber auch über neue Mitspieler. Auch Musiker mit weniger Orchestererfahrung sind willkommen und können sich langsam in das gemeinsame Musizieren hineinfinden.

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